Adventskalender für berufliche Neuorientierung

– 24 Impulse gegen Grübeln und für Klarheit im Jobwechsel

Weihnachten 2026 steht vor der Tür und vielleicht auch eine berufliche Veränderung.
Wenn du spürst, dass dein Job nicht mehr zu dir passt oder du nach einer Pause neu starten willst, dann ist dieser Advent der richtige Zeitpunkt, um wieder klare Sicht zu bekommen.

Mein Adventskalender 24 Impulse für deinen beruflichen Neustart – klarer denken, freier fühlen, mutiger handeln begleitet dich auf dem Weg aus dem Grübeln hin zu neuen beruflichen Perspektiven.
Dich erwarten praktische Impulse, kleine Focusing-Übungen und Reflexionsfragen, die dich Schritt für Schritt zu deinem inneren Kompass führen.

An manchen Tagen bekommst du Arbeitsblätter, mit denen du deine Werte, Stärken und Dinge sichtbar machst, die deine Augen zum Leuchten bringen.
Ich weiß, wenn die Jobsuche sich zieht, Absagen weh tun oder der Kopf nur noch kreist, ist an leuchtende Augen oft nicht zu denken. Das ist völlig normal, denn ständige Ungewissheit kostet Kraft.
Gerade dann lohnt es sich, dranzubleiben. Schritt für Schritt wirst du entdecken, was dich wirklich antreibt, wo du wirken willst und wie du mit neuer Energie wieder ins Handeln kommst. Kopf hoch, das Leuchten kommt zurück. 

 

Über 24 Tage entsteht so ein roter Faden von der Selbstklärung bis zu den ersten konkreten Schritten Richtung Sinn- und Mehrwert-Job.

Wenn du magst, teile den Adventskalender mit Menschen, die ebenfalls gerade nach Orientierung suchen oder sich beruflich neu aufstellen wollen. Gemeinsam geht es leichter und oft entsteht genau dann der Mut, wirklich etwas zu verändern.

Tage
Stunden
Minuten

Der digitale Adventskalender ist noch im Winterschlaf.

Ab dem 1. Dezember öffnet sich hier jeden Tag ein neues Türchen mit Impulsen für deine berufliche Weiterentwicklung. Schau in der Adventszeit gerne wieder vorbei.

Bis dahin findest du hier weitere Impulse: Blog

Nach oben scrollen

1. Dezember🎁Warum Orientierung kein Luxus ist

Viele, die sich beruflich verändern wollen, kennen dieses Gefühl: Man steckt viel Zeit in Bewerbungen und bekommt kaum Rückmeldungen. Oder die nächste Absage.
Schnell kreisen Gedanken wie: „Mein Profil passt nicht.“ – „Meine Lücke ist zu lang.“ – „Mit mir stimmt etwas nicht.“

Eine meiner Klientinnen war genau an diesem Punkt. Sie hatte unzählige Bewerbungen geschrieben & war erschöpft.

Im Coaching bat ich sie, einmal das kleine „m“ aus dem Wort “mein” zu streichen.

Nicht meine Bewerbung wurde abgelehnt, sondern eine Bewerbung.
Nicht mein Profil passt nicht, sondern ein Profil passte nicht zu einer Stelle.

Dieses kleine „m“ macht einen großen Unterschied.
Das schafft Abstand und verändert den Blick: Nicht alles hängt von dir ab. Der Arbeitsmarkt verändert sich, Unternehmen halten Budgets zurück, Stellen werden verschoben: oft liegt es schlicht am Zeitpunkt, nicht an dir.

Orientierung ist kein Luxus, sondern die Grundlage, um in Bewegung zu bleiben: ohne dich zu verlieren.


 

Reflexionsimpuls

Was wäre, wenn du heute das kleine „m“ weglässt? Und dazu die Situationen neutral benennst:  Nicht mein Fehler oder mein Misserfolg,
sondern: ein Versuch, ein Schritt, eine Erfahrung.


Wie verändert sich dein Blick auf dich, wenn du dir erlaubst, nicht alles auf dich zu nehmen?

2. Dezember🎁Warum nicht alles an dir liegt

Gestern ging es darum, wie viel leichter es wird, wenn wir das kleine „m“ aus meiner Bewerbung, meinem Profil, meiner Absage streichen.
Dieser Wechsel schafft Abstand und genau darin steckt eine Kraft, die viele unterschätzen:

Zwischen dir und der Situation entsteht Raum. (Stephen R. Covey lässt grüßen)

Heute geht es darum, diesen Raum zu nutzen.

Viele Menschen, die sich beruflich verändern möchten, geraten in eine Art inneren Strudel. Wenn wenig von außen zurückkommt, wenden sie den Blick automatisch nach innen und suchen die Ursache bei sich.
Aber oft hat eine Absage nichts mit Qualifikation zu tun, sondern mit Dingen wie:

  • Budgetstopps, die niemand nach außen kommuniziert.

  • Internen Umstrukturierungen, die Monate dauern.

  • Vergabeverfahren, die pausieren müssen.

  • Über 200 Bewerbungen für eine einzige Stelle.

  • Oder einfach: der falsche Zeitpunkt.

Diese Faktoren siehst du häufig nicht, gleichzeitig wirken sie.


 

Mini-Übung: Die äußeren & die inneren Faktoren trennen

Nimm dir einen Moment und schreibe zwei Listen, ganz schnell:

Liste A: Dinge, die außerhalb deiner Kontrolle liegen
(z. B. Budget, Anzahl der Bewerbenden, politische Lage, Timing …)

Liste B: Dinge, auf die du Einfluss hast
(z. B. deine Stärken, Netzwerk, Fokus, Bewerbungsstrategie…)

Allein diese Trennung erleichtert schon, denn du siehst: Nicht alles, was passiert, hat etwas mit dir zu tun.


 

✨ Reflexionsimpuls

Berufliche Veränderung fühlt sich oft so an, als müsstest du sofort „liefern“.
Aber bevor du nach außen gehst, braucht es im Inneren Sortierung:

  • Was liegt wirklich in deiner Hand?

  • Was gehört gar nicht dir?

  • Worauf richte ich meinen Blick?

Der starke Fokus auf vermeintliche „Fehler“ ist selten systemisch gedacht und führt häufig eher zu Lähmung als zu Handlungsenergie. Es ist hilfreicher, deine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was dich stärkt: deine Fähigkeiten, deine Werte, deine Erfahrungen und das, was dir wirklich entspricht.

Vielleicht spürst du:
Wenn ich mich nicht für alles verantwortlich mache, wird der Weg leichter und ich selbst strukturierter.

3. Dezember🎁Wo stehe ich gerade auf meiner beruflichen Landkarte?

Veränderung fühlt sich selten gradlinig an. Mal ist alles im Fluss, mal stehst du im Nebel, mal auf einem Gipfel mit Überblick und manchmal auch mitten im Tal der Zweifel.

Die Coaching-Landkarte hilft dir, das einmal in Ruhe zu betrachten. Schau sie dir an:
– Wo würdest du dich im Moment sehen? Eher im „Wechselbad“ oder schon kurz vor „auf zu neuen Ufern“?
– Oder vielleicht im „Ruhebecken“, weil du gerade neue Kraft sammeln musst?

Und dann schau auch zurück: Wo bist du überall schon gewesen?

Welche Berge von Arbeit hast du schon hinter dir: beruflich, emotional, privat?
– Wie oft hast du dich neu orientiert, ausprobiert, weitergemacht, auch wenn’s schwer war?

Diese Rückschau ist kein Stillstand, sondern Anerkennung für das, was war.
Sie zeigt, dass du schon länger unterwegs bist, als du vielleicht denkst.


 

Mini-Übung

  1. Schau dir die Coaching-Landkarte an. Markiere, wo du dich gerade befindest.

  2. Notiere zusätzlich zwei Orte, an denen du in der letzten Zeit schon warst.

  3. Spür kurz nach: Was hast du dort gelernt oder hinter dir gelassen?

  4. Nimm wahr, dass du bereits unterwegs bist: Wo zeigt dein Kompass hin?

Coaching Karte berufliche Neuorientierung

4. Dezember🎁–Wertekompass

Was ist dir im Beruf wirklich wichtig?
Sicherheit – Freiheit – Teamgeist – Kreativität – Anerkennung – Entwicklung?


Wir alle haben Werte, nach denen wir handeln, oft auch unbewusst.
Wenn du sie kennst, wird klarer, warum dich manches anzieht & anderes auslaugt.

Heute darfst du deinen inneren Kompass justieren.
Werte sind wie Wegweiser, sie zeigen dir, ob du auf einem stimmigen beruflichen Pfad unterwegs bist.

 


🌱 Mini-Übung

  • Zurückschauen: Denk an min. drei Momente in deinem Berufsleben, die sich richtig gut angefühlt haben. Was war da wichtig für dich?

– „Ich durfte z.B. eigenständig etwas Neues ausprobieren.“ → Freiheit

– „Im Team wurde offen miteinander gesprochen.“ → Vertrauen

  • Kontrast nutzen: Denk an mind. drei Moment, der dich geärgert oder enttäuscht haben.
    Welcher Wert wurde da verletzt oder kam zu kurz?

– „Ich wurde übergangen, ohne gefragt zu werden.“ → Mitbestimmung

– „Mein Einsatz wurde nicht gesehen.“ → Anerkennung

  • Priorisieren: Notiere jetzt deine 5-10 wichtigsten Werte und ordne sie nach Bedeutung: Freiheit – Vertrauen – Sinn – Entwicklung – Teamgeist – Austausch 
  • Reflektieren: Frag dich – Welcher dieser Werte kommt in meinem aktuellen/letzten Job zu kurz? Und welcher könnte mich wieder stärker in Richtung Freude und strahlende Augen bringen?

– „Ich spüre, dass Teamgeist mir fehlt, ich möchte wieder mit Menschen arbeiten, nicht nur allein vor dem Laptop.“

Wenn du magst, lies deine Werte am Ende laut vor, oft spürt man dabei ganz deutlich, welcher Wert gerade besonders wichtig ist.

5. Dezember🎁Eigenschaften, die ich gerne zeige

Manchmal verlieren wir im Laufe der Jobsuche oder im hektischen Arbeitsalltag den Kontakt zu den Seiten in uns, die uns eigentlich ausmachen.

Heute geht es darum, dich daran zu erinnern, wie du bist, wenn du dich wohl fühlst und welche Eigenschaften du dann zeigst.


 

Mini-Übung: Wie bin ich manchmal (gerne)?

  1. Erinnere dich an eine Situation, in der du dich lebendig gefühlt hast, vlt. in einem Gespräch, bei einer Aufgabe oder einem Projekt.
    → Welche Eigenschaften hast du dabei gezeigt? z. B. geduldig, humorvoll, klar, kreativ, zuverlässig, einfühlsam.
  2. Geh eine Adjektiv-Liste durch und markiere die Eigenschaften, die zu dir passen. Übersichten mit Eigenschaften findest du einfach bei Google oder deinem Lieblingsbrowser.
    → Du musst dich nicht final festlegen, es geht darum zu spüren: So kann ich auch sein, so bin ich manchmal gern.
  3. Wähle eine kleine und feine Auswahl von Eigenschaften aus, die du in deinem zukünftigen beruflichen Umfeld häufiger zeigen möchtest.
    → Vielleicht wieder leichter oder gelassener.

 

✨ Reflexionsimpuls

Wie sähe dein Arbeitsalltag aus, wenn genau diese drei Eigenschaften dort Raum hätten? Und was würde sich dadurch in dir verändern?

6. Dezember🎁Warum gute Bewerbungen trotzdem Absagen bekommen

Quiz zu Jobabsagegründen

… ein Blick hinter die Kulissen des Bewerbungsprozesses.

Du kannst noch so gut vorbereitet sein, im Gespräch überzeugen, fachlich glänzen und alles geben und trotzdem kommt die Absage.
Das tut weh, besonders wenn es mehrfach passiert oder du viel Hoffnung in eine Stelle gelegt hast.

Viele glauben dann sofort, sie hätten irgendetwas falsch gemacht.
Aber im Coaching zeigt sich schnell: Hinter den Absagen steckt oft etwas völlig anderes, etwas, das nichts mit deiner Leistung zu tun hat.

Die Realität ist:
Unternehmen entscheiden nicht nur nach Qualifikation, sondern nach Umständen, die von außen unsichtbar bleiben.

Heute bekommst du einen Blick darauf.


 

Mini-Einblick: 5 häufige Hintergründe für Absagen (die nichts mit dir zu tun haben)

  1. Die Stelle war intern vergeben. Manchmal ist die Entscheidung längst gefallen, bevor die Ausschreibung online geht.
  2. Budgets werden eingefroren oder gestrichen: Projekte fallen weg, Stellen verschwinden einfach, mitten im Prozess.
  3. Der Auswahlprozess hängt: Krankheiten, Umstrukturierungen, Prioritätenwechsel.
    Du hast nichts falsch gemacht, aber der Prozess bricht innerlich ein.
  4. Die Rolle verändert sich im Laufe des Verfahrens: Gesucht wird dann plötzlich jemand ganz anderes, nicht besser, nur anders.
  5. Es geht um Teamchemie, nicht um Kompetenz: Du kannst super geeignet sein und trotzdem sucht das Team eine andere Dynamik.

7. Dezember🎁Wie der Arbeitsmarkt eigentlich funktioniert

In der Schule lernen wir, wie man einen Lebenslauf schreibt, was in ein Anschreiben gehört und wie man sich möglichst „richtig“ bewirbt.
Aber kaum jemand erklärt uns, wie der Arbeitsmarkt eigentlich funktioniert oder wie Unternehmen ihre Stellen wirklich besetzen.

Im System der klassischen Bewerbung sieht alles linear aus: Stellenausschreibung → Bewerbung → Auswahlverfahren.
Doch sehr oft läuft es in der Realität ganz anders. Der größte Teil aller Jobs entsteht im sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt: also dort, wo keine Anzeigen geschaltet werden.

Das bedeutet:
Nicht das perfekte Anschreiben bringt den Durchbruch, sondern das gezielte Gespräch mit Menschen, die bereits in deinem Wunschfeld arbeiten.
Nicht der Zufall entscheidet, sondern Beziehungen, Sichtbarkeit und echtes Interesse.

In diesem Video schauen wir uns an, wie die Stellenbesetzung eigentlich läuft und was die Zahlen sagen.

8. Dezember🎁Netzwerken mit der 30er-Liste

Manchmal denken wir beim Thema Netzwerken an große Veranstaltungen, an gezieltes „Kontakte knüpfen“ oder an Menschen, die scheinbar mühelos in Gespräche kommen. Doch echtes Netzwerken beginnt viel kleiner, nämlich bei den Menschen, die du schon kennst.


 

✨ 30er-Liste anfertigen

Die 30er-Liste hilft dir, dein Netzwerk sichtbar zu machen.
– Schreib die Namen von bis zu 30 Personen auf, mit denen du gerne im Gespräch bleiben oder (wieder) ins Gespräch kommen möchtest. Das können Kolleg:innen, Bekannte, frühere Vorgesetzte oder liebe Menschen aus deinem Umfeld oder Personen sein, die in einem interessanten Bereich arbeiten.
– Neben jeden Namen notierst du ein bis drei deiner Interessensthemen, über die ihr sprechen könntet.

Wichtig: Es geht nicht um bitten oder fragen, sondern um Kontakt und Austausch.
Ein ehrliches Gespräch über ein Thema, das euch beide interessiert, kann Türen öffnen, manchmal sofort, manchmal viel später.

Fang doch einfach heute damit an. Denn Netzwerken heißt nicht: „Ich brauche etwas.“
Sondern: „Ich bleibe in Verbindung.“

9. Dezember🎁Dein erstes Netzwerkgespräch

Vielleicht hast du mit deiner 30er-Liste schon gespürt, dass du mehr Menschen kennst, als du dachtest.

Heute geht es darum, einen ersten Schritt zu gehen, nicht in Richtung Bewerbung, sondern in Richtung Austausch, um Einblicke in deine Interessensthemen zu bekommen.

Im Life/Work-Planning heißen solche Gespräche Informationsgespräche:
Du sprichst mit Menschen, die in einem Bereich arbeiten, der dich interessiert (egal in welcher Position): nicht, um dich zu bewerben, sondern um zu lernen.


 

Mini-Übung: Kontakte über Kontakte

Wähle eine Person aus deiner Liste, bei der du ein gutes Gefühl hast (hat vlt. nichts mit der Branche zu tun, in die du willst).

Formuliere eine freundliche Kontaktaufnahme und einen Kontext, warum du das Thema/die Branche spannend findest, z. B.:
„Ich spiele mit dem Gedanken mehr in den Bereich [Thema] einzusteigen. Da wir uns schon lange kennen, weiß du ja, dass ich mir immer sicher sein möchte, ob etwas zu mir passt. Da du so gut vernetzt bist, kennst du mir bestimmt mit einem Kontakt in den Bereich helfen? Möchtest du mich hier unterstützen, ich mache auch sehr deutlich, dass es nicht um eine Bewerbung oder so geht. Das ist mir auch wichtig.“  


 

✨ Reflexionsgedanke

Mit jedem Gespräch öffnet sich eine Tür.

10. Dezember🎁Wenn Veränderung sich ungewohnt anfühlt

Gestern ging es darum, ein erstes Netzwerkgespräch ins Auge zu fassen, nicht als Bewerbung, sondern als neugierigen Blick in eine Richtung, die dich interessiert.
Vielleicht hast du dabei gespürt, wie ein kleiner innerer Ruck entstand, so wie bei vielen Menschen, die zum Jahresübergang überlegen, beruflich neue Wege fürs neue Jahr auszuprobieren.

Berufliche Veränderung fühlt sich selten glatt und selbstverständlich an. Selbst dann nicht, wenn wir innerlich spüren: Es wäre gut für mich, dort weiterzugehen. Und genau hier setzt der heutige Impuls an.


 

Mini-Übung: Hände falten 

Lege deine Hände ineinander, ganz automatisch, wie du es immer tust.
Dann löse sie und lass den anderen Daumen oben liegen, falte die anderen Finger auch bewusst andersherum. Finger für Finger.

Beobachte, was passiert:

  • Es wirkt erst ungewohnt, obwohl du nichts Schwieriges getan hast.
  • Manche beschreiben das Gefühl, als würde „ein Daumen fehlen“.
  • Dein System sucht nach Vertrautheit, die im neuen Muster noch nicht da ist.

So ist es auch im beruflichen Veränderungsprozess:
Schon kleine Schritte, ein Gespräch, ein Gedanke, ein neuer Kontakt wirken zunächst fremd. Nicht, weil sie falsch sind, sondern weil sie neu sind.
Das Ungewohnte zeigt dir nicht dein Limit, sondern deinen Lernbereich. Vlt. lässt du dich heute ein bisschen in diesen Lernbereich locken. :-)


 

Reflexionsimpuls

Wenn du merkst, dass sich neue Schritte seltsam, wackelig oder unvollständig anfühlen:
Das ist normal. Es bedeutet nur, dass dein inneres System sich an eine neue Haltung gewöhnt. Was hilft?

  • Wiederholung: wie beim Hände falten.
  • Mini-Schritte, keine Sprünge.
  • Kontakt statt Perfektion.
  • Zeit, denn Veränderung lässt sich nicht drängen.

Mit jedem netten Gespräch wird das Neue ein wenig weniger fremd und ein wenig mehr deins.

11. Dezember🎁Der nächste kleine Schritt​

Nach einer Phase voller Bewerbungen, Grübeln oder Stillstand kommt oft der Moment, in dem man denkt: Ich müsste eigentlich … (Bewerbungen schreiben, Unternehmen recherchieren, auf Jobmessen gehen…), aber alles wirkt zu groß, zu viel auf einmal, zu weit weg, zu unkonkret.

Genau hier hilft die 2-Minuten-Regel:
Wenn etwas überwältigend wirkt, fang so klein an, dass es einfach wird.
Nicht: „Ich überarbeite heute meinen ganzen Lebenslauf.“
Sondern: „Ich öffne die Datei und ändere z.B. den Jobtitel oder etwas anderes was dir leicht fällt.“

Das dauert keine zwei Minuten. Für diesen Minischritt reicht deine aktuelle Energie.

Und erst danach fragst du dich:
Was wäre das nächste, das nicht länger als zwei Minuten dauert und zu dem ich gerade Lust habe?

Und wenn´s passt (Lust ist doch da), machst du das auch noch. Und so weiter und so weiter. So entsteht Bewegung, hoffentlich ohne Druck. Und ganz nebenbei entsteht das Gefühl: Ich kann was tun.
Denn Orientierung kommt nicht nur vom Denken, sondern vom Tun: Schritt für Schritt.


 

Mini-Übung

Denk an etwas, das du seit Tagen oder Wochen vor dir herschiebst. Brich es in den kleinstmöglichen Schritt herunter, der nicht länger als zwei Minuten dauert.

Tu nur das und spür, was sich in dir verändert.

12. Dezember🎁Entscheidungstyp: Wie triffst du berufliche Entscheidungen?

Heute geht es um deinen Entscheidungstypen. In einem früheren Türchen hast du die Entscheidungsmatrix kennengelernt, die deinen Entscheidungsmuskel stärkt und dir hilft, erste berufliche Klarheiten zu sortieren.

Heute kannst du einen Schritt weitergehen.
Wenn du herausfinden möchtest, wie du grundsätzlich entscheidest, schau dir das Modell von Maja Storch dazu an: hier der Link zu ihrem Test.


 

Mini-Übung: Ein Blick auf deinen Entscheidungstyp

Im Maja Storchs Modell lernst du Menschen kennen, die eher über Analyse entscheiden, andere, die ihre Intuition spüren, wieder andere, die beides kombinieren, oder solche, die Zeit und Sicherheit brauchen, bevor sie etwas festlegen.

Es geht dabei nicht darum, dich einzuordnen, sondern neugierig hinzuspüren:

  • Was erkenne ich bei mir wieder?
  • Was unterstützt mich in meinem beruflichen Veränderungsprozess?
  • Welche Perspektive möchte ich vielleicht einmal ausprobieren?

✨ Ein ergänzender Hinweis

Die Überschriften der Entscheidungstypen die Maja Storch wählt, sind, wie ich finde, nicht ganz optimal, sie können den Eindruck erwecken, manche Arten seien „besser“ oder „professioneller“.
Das entspricht jedoch nicht der Idee des Modells.

Du bist eingeladen, ohne Bewertung zu schauen:

  • Möchte ich mich diesem Bereich widmen?
  • Oder möchte ich bewusst einem anderen Entscheidungstyp etwas Aufmerksamkeit schenken, um neue Impulse zu bekommen?

 

✨ Reflexionsimpuls

Berufliche Entscheidungen verlangen selten sofortige Klarheit.
Sie entfalten sich, so wie dein eigener Entscheidungsstil: erst, wenn du ihn ernst nimmst, respektierst und ihm Raum gibst.

Vielleicht spürst du:
Wenn ich mich selbst besser verstehe, entscheide ich ruhiger und näher an dem, was wirklich zu mir passt.

13. Dezember🎁Focusing-Schreibübung: „In mir ist gerade …“

Manchmal kreisen Gedanken so schnell, dass sie sich nur noch schwer greifen lassen.
Und vlt. fühlst du gleichzeitig mehrere Dinge: Druck, Müdigkeit, Hoffnung, Zweifel – alles übereinander.

Heute bekommst du einen Schreibimpuls, der dich unterstützt, inneren Raum zu schaffen, ohne etwas wegzudrücken oder zu optimieren.
Die Übung gibt allem, was da ist, einen Platz auf dem Papier, damit du wieder klarer spüren kannst, was dich stärkt und was dich bremst.


Mini-Übung: „In mir ist gerade …“

  1. Timer auf 5 Minuten stellen: Und wichtig –  den Stift in dieser Zeit nicht absetzen. Schreib durch, egal was kommt.
  1. Es geht los, Stift bereit…Und dann lass den Stift schreiben: Alles, ohne Sortieren. Ohne „das sollte ich jetzt nicht fühlen“ oder „das muss positiver sein“. Es darf dunkel, hell, schwer, leicht, chaotisch oder klar sein.

Beispiele (zur Sicherheit, nicht als Vorgabe):
• „In mir ist gerade Müdigkeit.“
• …Druck im Bauch.“
• …ein kl. bisschen Vorfreude.“
• …ein Knoten und gleichzeitig Neugier.“
• …ein Funken Mut.“
• …eine Frage, die noch keine Antwort hat.“
• … Leere und ich weiß nicht, was ich schreiben soll.“ (auch völlig okay)

Schreib einfach weiter. Wenn nichts kommt, schreib: „In mir ist gerade … nichts.“ Der Stift darf immer in Bewegung bleiben.

  1. Danach: Zwei Runden zum Markieren

Runde A: Durchstreichen, was dich hemmt. Geh deinen Text durch und streiche alles durch, was:

  • dich lähmt
  • dich runterzieht
  • dir Energie nimmt
  • dich kleiner macht

Denke dabei: Ich nehme es wahr und gleichzeitig muss es mich nicht automatisch führen.

Runde B: Einkreisen, was dich stärkt

Jetzt markiere all das, was:

  • dich stabilisiert
  • dir Kraft gibt
  • Hoffnung macht
  • dich neugierig macht
  • schon da ist und weiter wachsen darf

Vielleicht ist das noch wenig. Vielleicht ist es mehr, als du dachtest. Und manchmal ist es nur ein einziger Satz und der trägt vlt. weiter als du dachtest.

  1. Abschlussfrage

Schreib zum Schluss: „Was mir davon heute gut tut, ist …“ Und lass den Stift noch ein paar Wörter finden.


 

✨Warum das wirkt

Dieser Input ist eine Mischung aus Focusing mit dem Stift und positiver Psychologie: Sie holt alles raus, was festhängt und zeigt gleichzeitig, welche inneren Ressourcen schon da sind. Nicht durch Nachdenken, sondern durch Spüren und Schreiben. Viel Spaß damit!

14. Dezember🎁Was gibt mir Kraft?

Manchmal entsteht Orientierung nicht durch große Entscheidungen, sondern durch kleine Momente, in denen deutlich wird: Das tut mir gut. Das stärkt mich. Das bringt mir Energie zurück.

Heute geht es darum, diese Kraftquellen zu entdecken, auch wenn sie im Alltag schnell untergehen.


 

Mini-Übung: Deine Kraftquellen

Nimm ein Blatt Papier und teile es in zwei Spalten:

Spalte 1: Was lässt mich innerlich leichter werden?
Beispiele:
• ein Spaziergang,
• ein schönes Gespräch,
• ein Gedanke, der beruhigt,
• ein (kleiner) Erfolg,
• ich weiß, woran ich bin,
• ein Moment, in dem du dich aufrichtest/tief atmest.

Spalte 2: Was stärkt mich im beruflichen Kontext?
Beispiele:
• Aufgaben, die dir liegen,
• Menschen, bei denen du dich zeigen kannst,
• Situationen, in denen du dich kompetent fühlst,
• Feedback, das dich stärkt,
• kleine Schritte, die dir Selbstwirksamkeit geben.

Du musst nichts erzwingen. Manches kommt eher leise daher. Manches zeigt sich erst im Schreiben.


 

✨ Reflexionsimpuls:

Wenn du deine Liste anschaust:
• Was davon braucht mehr Platz?
• Was davon ist schon stärker da, als du dachtest?
• Welches kleine Element davon möchtest du dir diese Woche bewusst gönnen?

Warum dieses Türchen so wichtig ist

Es stärkt die Grundlage, bevor es in Türchen 15 ums „Nein sagen“ geht.
Denn Grenzen setzen gelingt leichter, wenn man spürt: „Da bin ich. Das tut mir gut. Dafür möchte ich Platz schaffen.“

15. Dezember🎁Ein klares Nein für ein klareres Ja

Wer sich beruflich verändern will, denkt oft an Aufgaben, Rollen, Branchen. Und gleichzeitig lohnt sich auch der Blick auf die Frage:

Wozu möchte ich nicht mehr ja sagen?

Viele meiner Klient:innen spüren hier eine starke Entlastung. Denn ein Nein ist kein Abbruch, keine Unfreundlichkeit und kein Egoismus. Ein Nein ist ein Schutzraum, in dem Orientierung erst entstehen kann.


 

Mini-Übung: Drei Nein für mehr Klarheit

  1. Was will ich nicht mehr?
    Notiere drei Dinge aus deinem Berufsleben, die dich müde machen, ausbremsen oder klein halten.
    Beispiele:
    • ständige Erreichbarkeit
    • Aufgaben, die nicht zu deinen Stärken passen
    • Teams, in denen du keine Stimme hast
  2. Wozu sage ich unbewusst ja, obwohl ich nein meine?
    Das ist oft der Gamechanger. Beispiele:
    • Ja zu Überstunden, nein zum eigenen Rhythmus
    • Ja zum alten Muster, nein zum eigenen Kompass
    • Ja zur Höflichkeit, nein zu Grenzen
  3. Wie fühlt sich ein kleines „Nein“ an?
    Formuliere ein Mini-Nein, das du heute oder diese Woche üben könntest.
    Beispiele:
    • „Nein, ich bin gerade darauf konzentriert“
    • „Nein, das brauche ich so nicht.“
    • „Nein, dafür ist gerade kein Raum.“

 

✨ Reflexionsimpuls

Jedes Nein schafft Platz. Platz für das, was dich stärken darf.
Platz für das, was in deinem beruflichen Leben wachsen soll. 

16. Dezember🎁Innere Führung statt Anpassungsmodus

Nach einer Elternzeit oder Care-Phase zurückzukehren in den Job, bringt oft mehr mit sich als neue Routinen und eine andere Tagesstruktur. Viele nehmen ihr Umfeld deutlicher wahr: Wer wirkt angespannt, wo könnte es knirschen, was braucht das Team. Vieles läuft automatisch im Hintergrund ab.

Diese erhöhte Sensibilität ist keine Einbildung. Für viele verändert sich nach intensiver Bindungszeit tatsächlich etwas im inneren Radar. Bestimmte Hirnareale reagieren stärker auf Signale anderer, auch hormonelle Prozesse spielen eine Rolle. Gleichzeitig wirken Rollenbilder, Erwartungen und das lange Mitdenken im Familienalltag. Die Mischung aus beidem führt dazu, dass viele Menschen nach einer Elternzeit sehr aufmerksam auf ihr Umfeld reagieren, manche bewusst, andere eher leise im Hintergrund.

Im Job kann das zur Herausforderung werden. Wer Stimmungen schnell erfasst, rutscht leichter in To-Dos und Problemlagen, die nicht mehr zur eigenen Rolle passen. Man passt sich an oder übernimmt Aufgaben, bevor man prüft, ob das gerade zur eigenen Situation oder Rolle gehört.


 

Wo du erkennst, dass du dich anpasst

Vieles zeigt sich in kleinen Momenten. Du möchtest etwas ergänzen, wirst aber überholt und sagst nichts.
Oder du nimmst Aufgaben an, obwohl klar ist, dass sie gerade nicht in deinen Rahmen gehören.
Manchmal wartest du ab, bis andere den Anfang machen, obwohl du früher selbstverständlich gestartet bist.
Bei anderen zeigen sich Anpassungsdynamiken deutlicher: Zuständigkeiten werden weitergegeben, ohne Rücksprache. Entscheidungswege laufen an dir vorbei, weil man davon ausgeht, dass du es „ruhiger“ möchtest.

Diese Situationen deuten darauf hin, dass die Bedürfnisse anderer schnell präsent werden und deine eigenen vielleicht leiser. Genau hier setzt Ekpathie an: wahrnehmen, ohne automatisch zu folgen.

Ekpathie: Innere Sortierung statt Rückzug

Ekpathie ist kein Gegenpol zu Empathie. Sie ergänzt sie. Sie beschreibt die Fähigkeit, nah dran zu sein und trotzdem im eigenen Standpunkt zu bleiben.
– Was nehme ich wahr?
– Was gehört zu mir?
– Wo ist mein Platz in dieser Situation?

Diese innere Klärung verhindert, dass Harmoniebedürfnisse Entscheidungen lenken, die eigentlich deutliche Worte oder eine Rückfrage bräuchten. Ekpathie ersetzt nicht die Verantwortung der Organisation für Rollenklärung. Sie hilft aber, die eigene Position überhaupt wieder sichtbar zu machen.


 

✨ Mini-Reflexion: Systemische Fragen für innere Orientierung

  • Was ist mein Thema und was gehört zu den anderen?
  • Welche unausgesprochenen Erwartungen wirken hier?
  • aus welcher Rolle reagiere ich gerade und was brauche ich in diesem Moment?

Solche Fragen holen dich aus automatischen Mustern und führen zurück in Selbstführung.

17. Dezember🎁Fragen für mehr innere Stärke

Gestern ging es darum, wie du innerlich klar bleiben kannst, auch wenn viel auf dich einwirkt. Heute bekommst du eine Methode, die diese Haltung im Alltag unterstützt. Eine Frageform, die oft mehr bewirkt als jede positive Selbstbehauptung vor dem Spiegel mit Powerpose dazu.

Viele kennen Affirmationen wie „Ich bin stark“ oder „Ich bin genug“. Doch manchmal fühlt sich das wie ein innerer Kraftakt an. Besonders dann, wenn gerade Zweifel, Erschöpfung oder Unsicherheit da sind. Dann widerspricht das eigene Gefühl und es entsteht eher Druck als Zuversicht.

Hier kommt eine andere Idee ins Spiel. Eine Frage, die dein Denken in eine hilfreiche Richtung lenkt, ohne etwas zu behaupten und durch Wiederholung vor dem Spiegel sich einzubläuen. Diese Methode nennt man Afformation.

Statt „Ich bin kompetent“ stellst du dir zum Beispiel die Frage:
„Warum weiß ich, dass in mir Kompetenz steckt?“
Oder statt „Ich schaffe das“:
„Warum finde ich gute Wege, die zu mir passen?“

Die Frage zwingt dich nicht in ein Gefühl, das gerade nicht da ist. Sie lädt dich ein, die Perspektive zu wechseln. Dein Kopf sucht automatisch nach Gründen, warum die Frage stimmen könnte, ganz ohne Druck und ohne Perfektion.


 

Mini-Übung: Deine persönliche Afformation

Denk an ein Thema, das dich gerade begleitet.
Vielleicht ein Gespräch, das näher rückt. Eine Entscheidung, die du treffen willst. Oder ein Schritt, vor dem du Respekt hast.

Formuliere eine Frage, die dir gut tut. Nicht beschönigend, sondern stärkend.

Zum Beispiel:

• Warum darf ich mich zeigen, wie ich bin.
• Warum finde ich Menschen, die mich unterstützen.
• Warum spüre ich, was mir guttut.
• Warum finde ich Wege, die zu mir passen.
• Warum kann ich Schritt für Schritt weitergehen.

Nimm eine Formulierung, die sich für dich stimmig anfühlt. Keine große Analyse. Eher wie ein innerer Anker für diesen Tag.


 

Vielleicht spürst du, dass sich durch die letzten Tage etwas sortiert hat, nicht alles, aber genug, um wieder ein Stück weiter nach außen zu schauen.
Bevor es konkret um neue Stellen und Bewerbungen geht, lohnt es sich, dein berufliches Profil bewusst abzubilden: nicht als Etikett, sondern als Sammlung dessen, was du kannst, was dich ausmacht und wohin du möchtest.
Genau diesen Schritt gehen wir morgen.

18. Dezember🎁Deine beruflichen Bausteine sichtbar machen

In den letzten Tagen hast du in dich hineingehört:

  • Was dich stärkt
  • Was dir Kraft gibt
  • Was du brauchst, um Entscheidungen auf deine Weise zu treffen

All das bildet ein Fundament, das viele Menschen in einer beruflichen Veränderung manchmal zu schnell überspringen und genau deswegen später ins Straucheln geraten.

Heute gehen wir einen Schritt nach außen.
Nicht in Richtung Bewerbung, nicht in Richtung „Jetzt muss ich liefern“, sondern in Richtung Sichtbarkeit:


Was bringst du mit?
Was steckt in dir an Fähigkeiten, Stärken, Erfahrungen, die du vielleicht selten aussprichst, die aber im beruflichen Kontext wichtig sind?

Manchmal ist es leichter, diese Bausteine nicht allein zusammenzustellen,
sondern sich von einem strukturierten Test unterstützen zu lassen.
Nicht, weil er dich festlegt,
sondern weil er dir einen Spiegel hinhält und Aspekte sichtbar macht, die im Alltag untergehen.


 

Mini-Übung: Eine Standortbestimmung 

1. Wähle einen kostenfreien Kompetenztest
Zum Beispiel über „New Plan“ im NOW-Portal der Bundesagentur für Arbeit.
Dort findest du verschiedene Module, die deine Fähigkeiten, sozialen Stärken und beruflichen Interessen beleuchten.
Du brauchst etwa 45–90 Minuten dafür.

2. Sichere die wichtigsten Aussagen
Schreibe dir auf:

  • Welche Kompetenzen werden hervorgehoben?

  • Welche Tätigkeiten oder Rollen werden dir vorgeschlagen?

  • Was überrascht dich?

3. Ergänze deine eigene Sicht
Welche dieser Punkte treffen deine innere Resonanz?
Was klingt interessant, obwohl es vorher nicht in deinem Blickfeld war?

4. Sammle deine Erkenntnisse als Textdatei
Du brauchst diese später für die nächsten Schritte:
für dein persönliches Profil und für den Abgleich mit einer echten Stelle.


 

Reflexionsimpuls

Wenn du dein Ergebnis anschaust:

  • Was darin fühlt sich wie ein Wiedererkennen an?
  • Welche Facette macht etwas in dir auf, vielleicht ein kleines „Da könnte etwas liegen …“?
  • Und gibt es etwas, das du gern weiter erforschen möchtest?

Du musst heute nichts entscheiden. Es geht darum, dem, was in dir an beruflichen Möglichkeiten sichtbar wird, einen sichtbaren Platz zu geben.


 

Ausblick auf morgen

Morgen zeige ich dir, wie du dein berufliches Profil so strukturierst,
dass du es mit einer konkreten Stellenanzeige vergleichen kannst. Als hilfreiches Werkzeug, das dir zeigt:
Wo gibt es ein Matching mit den Anforderungen der Stelle und wo ggf. Weiterbildungsbedarf.

19. Dezember🎁Stellen-Matching-Prompt

Du hast in den letzten Tagen viel vorbereitet: deine Werte, deine Stärken, deine beruflichen Bausteine.

Heute darf all das mit der Außenwelt in Berührung kommen als neugierige Erkundung:

Wie gut passt eine bestimmte Stelle eigentlich zu mir?
Und zwar nicht aus dem Bauch heraus, sondern an deinen Fähigkeiten entlang.

Dafür bekommst du heute einen Prompt als eine Art Vorlage, mit der du dein eigenes Profil mit einer Stellenausschreibung vergleichen lassen kannst, um z.B. sichtbar zu machen, wo du schon jetzt gut andocken kannst und wo vielleicht Entwicklungsraum wäre.


 

Mini-Übung: So nutzt du den Prompt

  1. Wähle eine Stellenanzeige, die dich interessiert. Es muss keine perfekte Stelle sein, nur eine, die dich neugierig macht.

  2. Kopiere den Link zur Stellenanzeige in die KI deines Vertrauens.

  3. Nimm dein Kompetenzprofil aus Türchen 18 (die vier Bausteine: fachliche Fähigkeiten, persönliche Stärken, formale Qualifikationen).

  4. Setze beides in den Prompt unten ein, den Link zur Stellenanzeige und dein eigenes Profil.

  5. Schicke den Prompt ab und beobachte, was dir das Matching zeigt:
    – Welche Bereiche passen gut?
    – Welche passen teilweise?
    – Wo fehlt etwas und wie wichtig wäre das für die Stelle?
    Hier geht es darum, die Stelle aus einer neuen Perspektive zu sehen.


 

Dein Matching-Prompt

Bitte analysiere für mich das Zusammenspiel zwischen einer Stellenanzeige und meinem Kompetenzprofil.

1. Eingangsdaten
• Link zur Stellenanzeige: [hier einfügen]
• Mein Kompetenzprofil:
– Fachliches Können (Hard Skills): [Text einfügen]
– Persönliche Stärken (Soft Skills): [Text einfügen]
– Formale Voraussetzungen: [Text einfügen]

2. Aufgabe
• Lies die Stellenanzeige und identifiziere:
– die fachlichen Anforderungen
– die persönlichen Anforderungen
– formale Voraussetzungen

• Vergleiche diese Anforderungen mit meinem Profil und zeige:
– starke Übereinstimmungen
– Teilüberschneidungen (Grundlagen vorhanden)
– Bereiche, in denen etwas fehlt

• Erstelle zum Schluss eine kompakte Einschätzung,
wie gut mein Profil grundsätzlich zu dieser Stelle passt als Orientierung.

3. Optional
• Bitte visualisiere die Ergebnisse als Spinnendiagramm / Radar-Chart
(Anforderungen der Stelle vs. mein Profil, Skala 1–5).


 

Reflexionsimpuls

Wenn du das Matching liest:
Was überrascht dich?
Welche Stellelemente fühlen sich passend an?
Und welche Aspekte möchtest du vielleicht weiterentwickeln?

Du schaust dir an, was zwischen dir und einer Stelle sichtbar wird,
wenn man beide Seiten nebeneinander legt.


 

Ausblick auf morgen

Morgen schauen wir darauf, wie du mit den Ergebnissen umgehen kannst:
Was du daraus ziehen kannst,
wie du Stärken betonst,
und wie du für deine Entwicklungsfelder Sprache findest. 

20. Dezember🎁Nächste Entwicklungsschritte

Heute geht es darum, dein gestriges Matching nicht nur anzuschauen, sondern zu lesen:
– Was bedeutet das für deine berufliche Orientierung?
– Welche Schritte könnten daraus entstehen?

Ein Spinnendiagramm hilft dabei, dein Profil und die Anforderungen einer Stelle zusammen zu sehen.
Hier ein Beispiel, damit du weißt, worauf du achten kannst.


 

Beispiel zur Orientierung

Spinnendiagram und Matching von Stellenanforderung und Bewerbenden-Profil

Wie du dein Ergebnis lesen kannst

1. Markiere das, was gut passt

Das sind Stärken, die du in Bewerbungen oder Gesprächen klar benennen kannst.

2. Erkenne Bereiche, in denen du nah dran bist. Vlt. hast du dich in deiner beruflichen Umorientierung dazu ja auch schon autodidaktisch weitergebildet und kannst das nachprompten.

3. Betrachte mögliche Entwicklungsfelder als Einladung:
„Diesen Bereich würde ich gern gezielt stärken.“

4. Achte auf Formulierungen, die dir guttun. Manchmal gibt dir die KI Worte, die leicht über die Lippen gehen und dir als gute Quelle der Inspiration dienen.


 

Wenn du einen Entwicklungsschritt gehen möchtest

Vielleicht zeigt dir das Matching eine Kompetenz, die du vertiefen willst.

Hier ein paar Wege in kostenfreie Angebote, wie du passende unabhängige Beratung zu Angebote findest:

1. Kostenfreie Bildungsberatung in den Bundesland

Diese unterstützt dich bei:

  • Weiterbildungsplanung

  • passenden Kursen

  • Fördermöglichkeiten

  • beruflicher Orientierung

Für Niedersachsen

Bildungsberatung Niedersachsen

Für Hannover

wbb Weiterbildungsberatung Hannover

2. Orientierung über Info-Gespräche a lá Life/Work-Planning

Manchmal sind der Austausch mit Menschen aus dem Feld/ der Branche hilfreicher als jeder Kurs (Insider-Wissen auch zu Fortbildungern).


 

✨ Reflexionsimpuls

Wenn du dein Ergebnis betrachtest:
– Welcher Bereich fühlt sich wie ein „guter nächster Schritt“ an?
– Was wäre ein kleiner, machbarer Anfang?

21. Dezember🎁Coaching-Karte

Du kennst die Coaching-Karte bereits aus einem früheren Türchen.
Damals ging es darum, zu erkennen, wo du dich im Veränderungsprozess befindest.

Heute nutzen wir die Karte noch einmal aus einer anderen Perspektive:
Welche Bewegung kündigt sich an?
Welcher nächste Schritt zeichnet sich ab?

Lass dafür die Coaching-Karte auf dich wirken, mit einem Blick, der streifen darf.

Coaching Karte berufliche Neuorientierung

Mini-Übung: Systemische Fragen 

Wähle intuitiv einen Ort auf der Karte, der dich heute anspricht.
Er muss nicht perfekt passen, er darf einfach deine Aufmerksamkeit bekommen.

Und dann stell dir nach und nach einige dieser Fragen:

1. Was zeigt sich hier gerade für mich?

– Welche Qualität hat dieser Ort für mich heute?
– Welche Gedanken oder Gefühle tauchen auf, wenn ich ihn betrachte?

2. Was könnte dieser Ort mir sagen wollen?

– Welche Einladung steckt in ihm?
– Wozu ermutigt er mich?
– Wovor schützt oder warnt er mich?

3. Was wäre ein guter nächster Schritt von hier aus?

– Welcher Ort auf der Karte zieht mich weiter?
– Was wäre eine kleine Bewegung, kein großer Sprung?
– Was würde mir guttun, ganz unabhängig von Erwartungen?

4. Wer oder was könnte mich auf diesem Weg unterstützen?

– Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung?
– Welche Menschen, Beratungen oder Lernwege könnten hilfreich sein?

5. Was darf ich auf diesem Weg zurücklassen?

– Welche Haltung, Erwartung oder alte Geschichte passt nicht mehr zu mir?
– Was möchte ich bewusst nicht mitnehmen?


 

Kleine Inspirationshilfen anhand der Karte

Ein paar Beispiele, wie Bewegung aussehen kann:

  • Vom Wechselbad → ins Becken der Einsicht
    „Ich möchte sortieren, bevor ich entscheide.“

  • Vom Wunsch → Richtung Planung
    „Ich schaue mir an, was möglich ist.“

  • Vom Gefahrenstrudel → ins Ruhebecken
    „Ich brauche Entlastung und Klarheit im Innen, bevor ich weitergehe.“

  • Von Aussicht → Richtung auf zu neuen Ufern
    „Ich wage einen kleinen Schritt in eine neue Richtung.“

  • Von Wagnis → Richtung Gelegenheit
    „Ich probiere etwas aus, ohne mich festzulegen.“


 

✨ Reflexionsimpuls

Wenn du heute nur eine einzige Frage mitnehmen möchtest, dann vielleicht diese:

Welcher nächste Schritt ist so klein, dass ich ihn wirklich gehen kann und gleichzeitig so sinnvoll, dass er mich weiterbringt?

22. Dezember🎁Warum viele Lebensläufe nicht gelesen werden

In den letzten Tagen hast du viel über dich gesammelt: dein Profil, deine Richtung, deinen Standort.
Heute schauen wir auf einen Punkt, der oft Unsicherheit auslöst und gleichzeitig enorm entlastet:

Viele Bewerbungen scheitern nicht an deiner Qualifikation.
Sie scheitern daran, dass dein Lebenslauf nicht von einem Menschen gelesen wird.

Der Grund dafür ist unspektakulär und gleichzeitig wichtig zu wissen:
Viele Unternehmen nutzen digitale Vorsortiersysteme, sogenannte ATS (Applicant Tracking Systeme).

Das ist kein Urteil über dich.
Es ist ein technischer Filter.


 

Mini-Impuls: Was machen ATS eigentlich?

ATS sind keine klugen Systeme. Sie sind reine Maschinen, die nach klar strukturierten Informationen suchen.

Wo sie eingesetzt werden:

  • mittelgroße und große Unternehmen

  • öffentlicher Dienst

  • Verwaltungen & Konzerne

  • Organisationen mit vielen Bewerbungen

  • Personalagenturen

Wofür sie da sind:

  • Lebensläufe nach vorgegebenen Kriterien sortieren

  • relevante Schlagworte aus der Stellenanzeige finden

  • unlesbare oder unstrukturierte Dokumente aussortieren

  • Bewerbungen verwalten

Wann sie besonders relevant sind:

  • in der allerersten Sichtung

  • bei hoher Bewerbungsanzahl

  • in automatisierten Recruiting-Prozessen

  • wenn strikte Kriterien gelten (z. B. im öffentlichen Dienst)

Ein ATS sortiert keine Menschen aus,
sondern Layout, Formatierung und fehlende Schlüsselworte oder Informationen, die für die Stellenbesetzung relevant sind (Sprachen, Tools etc.).

Es sieht nicht dich. Es sieht nur Text.


 

✨ Reflexionsimpuls

Wenn du an deine bisherigen Bewerbungen denkst:
Wie fühlt es sich an zu wissen,
dass Absagen oft technisch entstehen und nicht persönlich?

Vielleicht entsteht etwas mehr Leichtigkeit.
Vielleicht auch ein Funken Neugier:
Wie kann ich meinen Lebenslauf so gestalten, dass er durch System durchkommt?

Genau darum geht es morgen.

23. Dezember🎁Ein Lebenslauf, der ankommt

Heute wird es noch einmal konkret, bevor morgen das letzte Türchen kommt.

Es geht darum, dass all das auch bei den Jobentscheidenden sichtbar wird, wenn du dich mit Lebenslauf und Anschreiben bewirbst.

Viele Unternehmen nutzen digitale Systeme, die Lebensläufe automatisch vorsortieren, wie im letzten Türchen erläutert.
Damit deine Informationen dort korrekt ankommen, braucht dein Dokument eine klare, einfache Struktur.

Es geht darum, deinem Lebenslauf die Chance zu geben, wirklich gelesen zu werden.


 

Mini-Übung: Die ATS-Checkliste

Öffne deinen Lebenslauf und prüfe die wichtigsten Punkte: „Was könnte ich vereinfachen oder klarer machen?“

1. Standard-Überschriften

„Berufserfahrung“,„Ausbildung“, „Expertise“, „Weiterbildungen“.
→ So erkennen Systeme den Aufbau sofort.

2. Schlichte Struktur

Keine Textboxen, Grafiken, Icons oder Verschachtelungen.
→ Systeme erfassen am besten einfachen Fließtext mit Bulletpoints

3. Gut lesbare Schrift

Arial, Calibri, Times New Roman.
→ Vermeide ausgefallene oder verschnörkelte Schriften.

4. Wichtige Informationen im Fließtext

Name, E-Mail, Telefonnummer nicht in Kopf- oder Fußzeilen.
→ Manche Systeme lesen diese Bereiche nicht aus.

5. Passende Schlüsselbegriffe übernehmen

Tools, Fähigkeiten, Methoden aus der Stellenanzeige mitaufnehmen, wenn sie auf dich zutreffen.
→ Systeme koppeln diese Begriffe direkt an die Anforderungen.

6. Maschinenlesbares Format

→ Speichern Text-PDF.
→ Kein Scan, kein Screenshot.


 

✨ Reflexionsimpuls: Kleiner Feinschliff, große Wirkung

Frag dich nach dem Durchgehen der Checkliste:

  • Wo wurde etwas durch diese Änderungen für den/die Leser:in leichter?

  • Welche Anpassung würde dafür sorgen, dass dein Profil besser verstanden wird?


 

Ausblick auf morgen: letztes Türchen

Morgen geht es darum, was du aus diesen 24 Tagen mitnehmen möchtest und wie du mit einer veränderten Haltung ins neue Jahr gehst.

23. Dezember🎁Was du mitnehmen kannst

Die letzten Wochen waren hoffentlich mal kein Sprint für dich. Du hast dir Zeit genommen, Themen sortiert, vlt. sogar Neues ausprobiert und deinen Blick in Sachen Bewerbungen und Matchings geschärft.

Nicht alles auf einmal, sondern Step by Step. Und genau so entsteht Veränderung: alltagstauglich und im eigenen Tempo.

Heute geht es nicht ums Planen, eher darum, etwas mitzunehmen, das dich innerlich sortiert, wenn der Alltag wieder schneller wird.


 

Mini-Übung: Ein Gedanke für 2026

Stell dir diese Frage: Was tut mir gut, wenn ich an meine berufliche Zukunft denke?

Such keinen perfekten Satz, nimm den, der sich passend anfühlt. Das kann etwas sehr Bodenständiges sein, zum Beispiel:

  • „Ich gehe meinen Weg in meinem Rhythmus.“

  • „Ich achte besser auf meine Energie.“

  • „Ich probiere aus, bevor ich mich festlege.“

  • „Ich hole mir Unterstützung, wenn ich sie brauche.“

  • „Ich gebe mir Raum für Entscheidungen.“

  • „Ich gehe Schritte, die zu meinem Leben passen.“

Ein Gedanke reicht. Dieser soll dich nicht antreiben, sondern dir einen Rahmen ermöglichen.


 

✨ Wenn du weitergehen möchtest

Nach diesen 24 Tagen kann der Wunsch entstehen, bestimmte Themen nicht allein weiterzutragen, sondern begleitet zu klären.
Das kann Struktur und Energie geben oder einfach den Druck herausnehmen.

Ich unterstütze dich genau in deiner Übergangsphase.
Wenn du herausfinden möchtest, ob eine Begleitung für dich sinnvoll wäre, findest du hier mehr dazu:

Zu meinem Coaching-Angebot


 

Zum Abschluss

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

– Für deine Gedanken.
– Für deine Fragen.
– Für das, was sich entwickeln darf.

Nimm das mit, was dir guttut. Alles Weitere findet seinen Platz, wenn die Zeit dafür da ist.